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Thema: Buch: Surviving Large Losses / Das Überleben grosser Verluste
Richard Ebert
Am: 07.06.2007 16:41:37
Gelesen: 3944
# 1
@
Mut zur Kapitalanlage - In großen Finanzkrisen ist die Mittelschicht der Hauptverlierer
Von Gerald Braunberger
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (04.06.07) - Mitte der siebziger Jahre haben zahlreiche Farmer im amerikanischen Mittleren Westen im Vertrauen auf einen lang andauernden Boom hohe Beträge in den Kauf von Land und Ausrüstungen investiert. Mit dem steilen Anstieg der Zinsen und dem Fall der Preise für Getreide und Sojabohnen zu Beginn der achtziger Jahre gerieten sie unerwartet in eine schwere Krise. Viele Farmer konnten ihre Kredite nicht zurückzahlen und mussten Land verkaufen. In der Folge gaben die Preise für Farmland um rund 70 Prozent nach, und mehrere kleine Banken standen vor dem Zusammenbruch.
Finanzkrisen treffen die Mittelschicht am stärksten, schlussfolgern Philip T. Hoffman und seine Mitautoren Gilles Postel-Vinay sowie Jean-Laurent Rosenthal aus diesem und aus anderen Beispielen von Finanzkrisen aus der Vergangenheit. Denn die Reichen haben ihr Vermögen üblicherweise so breit gestreut, dass sie eine Krise üblicherweise passabel überstehen, während die meisten Armen überhaupt kein Vermögen besitzen, die in einem Finanzkrach verlorengehen könnten. Die Mittelschicht jedoch ist anfällig, weil sie Vermögen besitzt, das häufig nicht breit gestreut ist.
"Surviving Large Losses", zu Deutsch "Das Überleben großer Verluste", ist ein ungewöhnliches, aber lehrreiches Buch. Die Autoren untersuchen Finanzkrisen der Vergangenheit sowie ihre Überwindung nach gemeinsamen Mustern. Besonders anfällig sind demnach zum einen Finanzmärkte in Ländern, wo der Staat sich so hoch verschuldet hat, dass ihm keine andere Wahl bleibt, die Rückzahlung der Schulden auszusetzen. Hierfür bieten vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer reiches Anschauungsmaterial. Ein bekanntes Beispiel aus den vergangenen Jahren liefert Argentinien. Daneben sind Märkte anfällig für Krisen, über die sich als ausländischer Anleger nur schwer zuverlässige Informationen gewinnen lassen. In dieser Hinsicht wäre es vielleicht ganz interessant, die gegenwärtig auch deutschen Privatanlegern offerierten Anlagen in asiatische Entwicklungs- und Schwellenländer einmal kritisch zu hinterfragen. Der Diskussion bedarf auch die These der Autoren, wonach die Stabilität der Finanzmärkte eines Landes mit dem Gewicht der Mittelschicht innerhalb der Gesamtbevölkerung zunimmt.
(Quelle:
http://www.faz.net/s/RubC17179D529AB4E2BBEDB095D7C41F468/Doc~E02481089F14C4C5E9C6C0FAD722AF5E1~ATpl~Ecommon~Scontent.html
)
Das Buch können Sie im FAZ-Shop erwerben (20,69 Euro), klicken Sie dazu bitte auf den Link.
Marzell
Am: 08.06.2007 17:36:05
Gelesen: 3861
# 2
@
ja, da bin ich kompetent, da könnte ich auch ein Buch drüber schreiben. ;-))
Grüsse
Marzell
autokor
Am: 08.06.2007 17:53:04
Gelesen: 3850
# 3
@
Eine Konzentration von Anlageformen ist meist in der Mittelschicht zu finden.
Die Armen haben nichts. Die Reichen alles Mögliche. Und die Mitte ist hierzulande Immobilien massiv gehebelt long und Duration massiv gehebelt short. Das ist nicht nur fehlende Streuung sondern massive aktive Aufnahme von Risiken.
Grüsse
gautama2
Am: 08.06.2007 18:07:13
Gelesen: 3839
# 4
@
@ autokor
[#3]
Vielleicht muss man Risiken eingehen, wenn man der Mittelklasse entkommen möchte. Denn über kurz oder lang gehört man entweder zu den Reichen oder den Armen. Die Mittelklasse ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Man hat genug zum Leben, aber man muss den ganzen Tag dafür arbeiten und wenn man keine Arbeit mehr bekommt, dann ist man ganz schnell bei den Armen. Gute Arbeit wird aber immer schwieriger zu erlangen sein. Bildung wird schlechter und fägt langsdam an richtig Geld zu kosten. Ausbildungszeiten werden länger, d.h. die Kinder liegen den Eltern länger auf der Tasche, oft sogar bis ins Rentenalter der Eltern hinein, wo es anfängt auch für die Eltern eng zu werden. Das ist kein Spaß. Da muss man Risiken auf sich nehmen, um da wengstens für die nachfolgende Generation ein gutes Standbein zu schaffen. Dass die das dann meist verjubelt ist wiederum ein Bildungsproblem und so schließt sich der Kreis.
pullPUSH
Am: 08.06.2007 18:20:09
Gelesen: 3833
# 5
@
@ gautama2
[#4]
"Vielleicht muss man Risiken eingehen, wenn man der Mittelklasse entkommen möchte."
Ich will sogar behaupten das JEDER egal aus welcher Schicht auch immer nicht umhinkommt Risiken einzugehen. Das trifft im besonderen auf einen (Börsen)Händler zu - genauso aber vom brotlosen Staubsaugerverkäufer bishin zum Milliarden-Immobilieninvestor - das Risiko zu tragen um dann im Erfolgsfall das Ergebniss zu ernten ist die Belohnung.
Aber jeder sollte einmal herbe Verluste eingefahren haben um den "Gewinn" wertzuschätzen - das sorgt dafür das einem der Übermut nicht völlig den Verstand verdreht.
gautama2
Am: 08.06.2007 18:52:41
Gelesen: 3820
# 6
@
@ pullPUSH
[#5]
"Aber jeder sollte einmal herbe Verluste eingefahren haben um den "Gewinn" wertzuschätzen - das sorgt dafür das einem der Übermut nicht völlig den Verstand verdreht."
Darin bin ich auch kompetent :)
Also im herbe Verluste eingefahren zu haben.
Das mit dem Verstandverdrehen macht meine Frau und da find ich es gar nicht mal so schlimm :)
dhp05
Am: 08.06.2007 23:04:40
Gelesen: 3794
# 7
@
@ autokor
[#3]
an der generation meiner vorfahren betrachtet. "Gott" mag manche, dürfen über 90 werden. Sparen bzw. Erträge des Sparens war "relativ" unrentabel, wenn man zu jeder Zeit das richtige gemacht hätte.
UND DENNOCH: egal wieviel mehr die heute hätten, wichtig war dass die sparten!
Wie wettbewerbsmäßig schlecht eine LV 1950 abgeschlossen auch war, schmeißt du heute den Auslösungsbetrag weg, weil unlukrative Anlage?
Wenn Dumme "zu teuer" gespart haben, oder/und die falschliegende Risikoneigung von denen uns deutlich erscheint, dein Vorschlag daraus Nutzen zu ziehen?
Kommt etwas, außer Kapitalsammelstelle zu sein?
curtiss
Am: 10.06.2007 12:31:23
Gelesen: 3719
# 8
@
Hi,
dazu fällt mir ein: wenn alle aus einer Gilde die selbe Idee haben (z.B Land kaufen)...
oder
"Immer wenn die Leute mit mir einer Meinung sind, fühle ich, dass ich unrecht habe"(O.Wilde)
oder
When everyone thinks alike,
there isn`t much thinking taking place.
Gruß
C
redsnapper
Am: 10.06.2007 22:12:43
Gelesen: 3676
# 9
@
@ pullPUSH
[#5]
"Ich will sogar behaupten das JEDER egal aus welcher Schicht auch immer nicht umhinkommt Risiken einzugehen."
Feiner Unterschied: Für die Wahrnehmung vieler Mittelschichtler, ist ein Hauskauf mit 0% Eigenkapital, oder die Fondsanlage bei der großen Bank, eine seriöse und intelligente Art der Altersvorsorge, ein Future mit 200 € Risiko, aber Geld im Gulli, endet im Suff, die Blagen auf der Straße.
Problem ist, dass die Leute gar nichts von den Risiken ahnen, die sie eingehen. Aber ist ja auch nur Mittelschicht, mit mittelmässigem Denken.
Beste Grüße,
redsnapper
pullPUSH
Am: 10.06.2007 22:57:09
Gelesen: 3667
# 10
@
@ redsnapper
[#9]
Meine Aussage zielte sinngemäss darauf "vernüsftige" Risiken in "Geschäftstätigkeiten" einzugehen. Da nützt die schmerzliche Erfahrung des Verlustes schon.
Grüße
deriva
Am: 11.06.2007 11:34:02
Gelesen: 3628
# 11
@
@ autokor
[#3]
dem stimme ich voll zu. Auf das finanzielle Defizit der Mittelklasse beim Vermögensaufbau hat vor 10 Jahren Kiyosaki in "Rich Dad, Poor Dad" hingewiesen.
@ pullPUSH
[#10]
ich kenne einige, die "unvernünftige" Risiken eingegangen sind und trotz "herber" Verluste nichts daraus gelernt haben. So hat mir 2003 ein ehemaliger Millonär erzählt, daß jeder wie er am Neuen Markt reich geworden wäre. Ein Witz an sich - denn bei ihm hieß die Devise " 1 x Millionär und zurück". Ein Bekannter, der mit 300.000 DM im März 2000 "Fonds" gekauft hatte und im März 2003 bei 280.000 Verlust (93 %) stand, wollte 2003 als Futureshhändler seine Verluste wieder "kompensieren".
Gruß deriva
redsnapper
Am: 11.06.2007 11:53:25
Gelesen: 3615
# 12
@
@ pullPUSH
[#10]
Wenn man aus Verlusten etwas vernünftiges lernen soll, dann, daß sie nicht schmerzlich sind, sondern einfach Teil des Spiels. Man sollte sie zur Kenntnis nehmen und vergessen...
Aber ich denke, da braucht auch jeder was anderes, um optimal zu funktionieren...
Beste Grüße,
redsnapper
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