@ noguchi
[#5]Larry Williams:
"Max Gunthers Buch, die Zürich-Axiome, ist mein absolutes Lieblingsbuch"
Einführung
Was die Axiome sind und wie sie entstanden
Denken Sie an das Rätsel der Schweiz. Die Heimat meiner Vorfahren ist
ein gebirgiges kleines Land, etwa halb so groß wie Maine. Es gibt dort keinen
Zentimeter Meeresküste, und an Rohstoffen ist das Land so arm wie
kaum ein anderes auf der Welt. Es besitzt keinen Tropfen Rohöl, nur ein
wenig Kohle. Klima und Topographie machen es ungeeignet für fast jede
Art von Landwirtschaft.
Die Schweiz hat sich 300 Jahre lang aus allen europäischen Kriegen
heraushalten können; hauptsächlich deshalb, weil es in all der Zeit keinen
Aggressor von außen gab, der dieses Land wirklich haben wollte.
Dennoch gehören die Schweizer zu den wohlhabendsten Völkern der
Welt. Beim Pro-Kopf-Einkommen stehen sie den Amerikanern, den Deutschen
oder den Japanern in nichts nach. Ihre Währung gehört zu den
stärksten weltweit.
Wie machen die Schweizer das?
Sie schaffen es, weil sie die klügsten Investoren, Spekulanten und
Glücksspieler der Welt sind.
In diesem Buch geht es darum, wie man erfolgreich wettet.
Das klingt so, als sei es ein Buch für jedermann. Dies ist aber nicht der
Fall. Natürlich will jeder gewinnen, aber nicht jeder will dabei etwas riskieren,
und darin liegt ein Unterschied, dessen Bedeutung gar nicht hoch
genug eingeschätzt werden kann. Viele Menschen, wahrscheinlich die
meisten, wollen gewinnen, ohne zu wetten. Das ist ein völlig verständlicher
Wunsch, an dem es nichts auszusetzen gibt. Durch unsere von alters
her überlieferte Arbeitsethik werden wir sogar in diese Richtung gedrängt.
Man hat uns gelehrt, es sei dumm, Risiken einzugehen. Ein kluger Mann
oder eine kluge Frau geht keine höheren Risiken ein als diejenigen, die
untrennbar mit dem menschlichen Leben verbunden sind. Ein wohlgefälliges
Leben ist eine Plackerei, vielleicht ein wenig langweilig, aber dafür
sicher. Der Spatz in der Hand ...
Natürlich liegen die Nachteile auf der Hand. Wenn Sie eine innere
Abneigung gegen Wetten verspüren, werden Sie in diesem Buch wenig für
Sie Nützliches finden. Außer natürlich dann, wenn sich Ihre Einstellung
bei der Lektüre ändern sollte.
Falls Sie aber nichts dagegen haben, vernünftige Risiken einzugehen,
oder falls Sie, wie die Schweizer, Risiken lieben – dann ist dieses Buch das
richtige für Sie. Alle Zürich-Axiome handeln von Risiken und vom Umgang
mit ihnen. Wenn Sie die Axiome mit der angemessenen Sorgfalt studieren,
können sie Ihnen helfen, mehr Wetten zu gewinnen, als Sie es je für möglich
gehalten hätten. Sprechen wir es offen aus: Sie können Sie reich
machen.
In diesem Buch geht es um Wetten im weitesten Sinne des Wortes. Wir
werden oft auf den Aktienmarkt zu sprechen kommen, weil ich dort den
größten Teil meiner Erfahrungen gesammelt habe, aber dieses Buch
beschränkt sich nicht auf diesen großen Supermarkt der Träume. Die
Axiome lassen sich auch auf Spekulationen in Rohstoffen, Edelmetallen
Kunstwerken oder Antiquitäten anwenden, auf Immobiliengeschäfte, auf
Angriff und Abwehr im täglichen Geschäftsleben, auf Kartenspiel und
Roulette. Kurz: Sie lassen sich auf alle Situationen anwenden, in denen Sie
Geld riskieren, um mehr Geld zu gewinnen.
Das ganze Leben ist ein Glücksspiel, wie jeder erwachsene Mensch weiß.
Viele Menschen, vielleicht die meisten, fühlen sich mit dieser Tatsache
nicht wohl und verbringen ihr Leben damit, Risiken so gut es geht zu vermeiden.
Andere wählen den entgegengesetzten Weg, und zu diesen gehören
die Schweizer. Natürlich trifft das nicht auf sämtliche Schweizer und
Schweizerinnen zu, aber auf sehr viele. Jedenfalls sind es genug, um Rückschlüsse
auf den Nationalcharakter zuzulassen. Die Schweizer sind nicht
die Bankiers der Welt geworden, indem sie in dunklen Zimmern auf ihre
Fingernägel bissen. Sie haben es erreicht, weil sie Risiken eingingen und
lernten, diese Risiken zu beherrschen.
Die Schweizer sitzen in ihren Bergen, schauen in die Welt hinaus und
stellen fest, dass diese Welt voller Risiken ist. Sie wissen, dass man sein persönliches
Risiko auf ein Minimum reduzieren kann. Aber sie wissen auch,
dass man mit dieser Strategie jede Hoffnung aufgeben muss, jemals etwas
anderes zu sein als ein Gesicht in der Masse.
Um im Leben irgendeine Art von Gewinn zu machen – einen finanziellen
Gewinn, persönlichen Status oder was auch immer man als »Gewinn«
definieren mag –, muss man einen Teil seines emotionalen und/oder materiellen
Kapitals riskieren. Geld, Zeit, Liebe, irgendetwas. Das ist ein unumstößliches
Gesetz. Außer durch pures Glück kommt man daran nicht vorbei.
Es gibt kein Geschöpf auf Erden, das diesem gnadenlosen Gesetz nicht
unterliegt. Um ein Schmetterling zu werden, muss sich eine Raupe fett
fressen. Um fett zu werden, muss sie sich an Orte wagen, wo es Vögel gibt.
Es gibt keine Ausnahmen. Es ist ein Gesetz.
Den Schweizern ist dies alles bewusst, und sie ziehen daraus die Schlussfolgerung,
es sei vernünftig, im Leben nicht alle Risiken zu meiden, sondern
mit Bedacht Risiken einzugehen. Am Spiel teilzunehmen, zu wetten.
Aber natürlich nicht so ohne Verstand, wie es die Raupe tut, sondern mit
Sorgfalt und Intelligenz. So zu wetten, dass hohe Gewinne wahrscheinlicher
sind als hohe Verluste. Wetten und gewinnen.
Ist das machbar? Natürlich. Es gibt eine Formel dafür. Aber »Formel« ist
wohl das falsche Wort, denn es suggeriert mechanische Handlungen und
einen Mangel an Entscheidungsfreiheit. »Philosophie« trifft die Sache vielleicht besser.
Diese Formel oder Philosophie besteht aus zwölf tiefschürfenden
und geheimnisvollen Regeln über das Eingehen von Risiken. Man
nennt sie die Zürich-Axiome.
Seien Sie gewarnt: Auf den ersten Blick sind die Axiome ein wenig
verwirrend. Sie unterscheiden sich stark von den üblichen Investment-
Ratschlägen. Tatsächlich stehen sie sogar im Widerspruch zu einigen der
am weitesten verbreiteten Klischees aus der Branche der Anlageberater.
Die erfolgreichsten Schweizer Spekulanten geben nicht viel auf konventionelle
Anlageberatung. Sie haben eine bessere Methode.
Der Begriff »Zürich-Axiome« wurde von einem Club Schweizer Aktien und
Rohstoffspekulanten geprägt, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg
an der Wall Street bildete. Mein Vater war einer der Mitbegründer. Es handelte
sich formal nicht um einen Club; es gab keine Statuten, Beiträge oder
Mitgliederlisten. Es war einfach eine Gruppe von Männern und Frauen,
die einander mochten, die reich werden wollten und die Überzeugung teilten,
dass noch niemand durch sein Gehalt reich geworden ist. Sie trafen
sich in unregelmäßigen Abständen in Oscar’s Delmonico und anderen
Bars an der Wall Street. Diese Treffen fanden von den 50ern bis Ende der
70er-Jahre statt.
Man sprach über viele Themen, aber hauptsächlich über Risiken. Die
schriftliche Niederlegung der Zürich-Axiome begann damit, dass ich meinem
Vater eine Frage stellte, die er nicht beantworten konnte.
Mein Vater war ein Schweizer Bankier, in Zürich geboren und aufgewachsen.
Die Vornamen in seiner Geburtsurkunde lauteten Franz Heinrich,
aber in den USA nannte ihn jeder Frank Henry. Als er vor einigen Jahren
starb, wurde in den Nachrufen vor allem hervorgehoben, dass er die New
Yorker Niederlassung des Schweizerischen Bankvereins (SBV) geleitet hatte
– des Finanzgiganten aus Zürich. Sein Job war ihm wichtig, aber er sagte
mir einmal, auf seinem Grabstein solle der Satz stehen: »Er spielte und
gewann.«
Franz Heinrich und ich sprachen erstmals über Spekulation, als ich
noch die High School besuchte. Er schaute sich mein Zeugnis an und
brummte dann, der Lehrplan sei unvollständig. »Was ihr am dringendsten
braucht, bringen sie euch nicht bei«, sagte er. »Spekulation. Wie man
Risiken eingeht und gewinnt. Wenn ein Junge in Amerika aufwächst und
nicht weiß, wie man spekuliert – das ist so, als wäre er in einer Goldmine
und hätte keine Schaufel!«
Als ich später auf dem College und in der Armee war und mir Gedanken
über meine berufl iche Zukunft machte, sagte Franz Heinrich: »Denke
nicht nur an das Gehalt. Vom Gehalt wird man nicht reich, und viele werden
sogar arm davon. Du musst dich noch nach etwas anderem umsehen.
Ein paar gute Spekulationen – das ist es, was du brauchst.«
So redet eben ein typischer Schweizer. Es war ein Teil meiner Erziehung.
Als ich die Armee verließ, mit ein paar hundert Dollar an Ersparnissen
und Pokergewinnen, befolgte ich Franz Heinrichs Rat und mied Sparkassen,
die er mit der größten Verachtung betrachtete. Ich investierte mein Geld
an der Börse. Ich gewann ein wenig, verlor ein wenig, und am Ende hatte
ich etwa so viel Geld wie am Anfang.
In der Zwischenzeit hatte Franz Heinrich an der Börse enorme Erfolge
erzielt. Unter anderem gewann er eine Menge Geld mit Aktien von extrem
spekulativen kanadischen Uranminen.
»Was geht hier vor?«, fragte ich verdrießlich. »Ich mache kluge Investments
und komme nicht weiter. Du kaufst ein paar Wiesen, auf denen
Elche weiden, und wirst reich dabei. Gibt es da etwas, das ich nicht verstehe?
«
»Du musst eben wissen, wie man es macht«, sagte er.
»In Ordnung. Bring es mir bei.«
Schweigend und verblüfft starrte er mich an.
Es stellte sich schließlich heraus, dass er Spekulationsregeln im Kopf
hatte, die er im Lauf seines ganzen Lebens verinnerlicht hatte. Unter
Schweizer Bankiers und Spekulanten liegen diese Regeln gleichsam in der
Luft – man kennt sie, aber sie werden selten artikuliert. Da er in diesen
Kreisen lebte, seit er mit 17 Jahren seinen ersten Job als Banklehrling angetreten
hatte, waren Franz Heinrich diese Regeln in Fleisch und Blut übergegangen.
Aber sie exakt formulieren oder sie mir erklären konnte er
nicht.
Er fragte seine Schweizer Freunde an der Wall Street, aber auch sie
konnten die Regeln nicht artikulieren.
Doch von diesem Zeitpunkt an machten sie es sich zur Aufgabe, die
einzelnen Regeln zu identifizieren und sie klar zu formulieren. Es begann
als eine Art Spiel, aber im Lauf der Jahre verfolgten sie dieses Spiel immer
ernsthafter. Es wurde ihnen zur Angewohnheit, sich selbst und andere
über wichtige spekulative Handlungen zu befragen: »Warum kaufst du
jetzt Gold? Warum hast du diese Aktie verkauft, als alle anderen sie kauften?
...Warum tust du dies und nicht das?« Sie zwangen einander, die
Gedanken, die sie leiteten, klar zu artikulieren.
Allmählich entwickelte sich eine Liste von Regeln. Im Lauf der Zeit wurde
sie kürzer, prägnanter, klarer. Niemand weiß mehr, wer sich die Bezeichnung
»Zürich-Axiome« ausgedacht hat, aber unter diesem Namen wurden
die Regeln bekannt und sind es noch immer.
In den vergangenen paar Jahren haben sich die Axiome kaum verändert.
Ihre Entwicklung ist abgeschlossen, und aller Wahrscheinlichkeit
nach ist die aktuelle Form auch die endgültige: zwölf Hauptaxiome und
16 Neben axiome.
Für mich sind sie von unschätzbarem Wert. Jedesmal wenn ich sie
studiere, scheint ihre Bedeutung zu wachsen – ein sicheres Zeichen einer
fundamentalen Wahrheit. Sie enthalten zahlreiche Nebengedanken; manche
sind pragmatisch-kalt, andere grenzen ans Mystische. Sie verkörpern
nicht nur die Philosophie der Spekulation, sondern sie sind die Leitlinien
für ein erfolgreiches Leben.
Sie haben viele Leute reich gemacht.

hab mir Zurich Axiome angeschafft und bin etwas enttäuscht. Ich habe nichts gefunden, was nicht in anderen Büchern ebenfalls stehen würde. Zudem ist dem Thema Immobilien recht viel Raum eingeräumt.
Grüsse
Marzell
Hier mal eine Lesefrucht aus dem Buch, das ich derzeit lese (Eigenschaften des Erfolgs von Gunthmar Wolff). Die These von Wolff ist, dass Methoden allein nicht funktionieren. Man muss sich EIGENSCHAFTEN erarbeiten, und alle Bücher und Seminare, die bloß die Methoden lehren, sind für die Katz und verlorene Liebesmüh - es sei denn eben, man hat die notwendigen Eigenschaften schon mit der Muttermilch aufgesogen oder sich sehr hart erarbeitet.
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Zu Sokrates kam einer gelaufen und sagte: "Höre, Sokrates, das muss ich dir erzählen!"
"Halte ein!", unterbrach ihn der Weise, "hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?"
"Drei Siebe?", fragte der andere voller Verwunderung.
"Ja, guter Freund! Lass sehen, ob das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe hindurchgeht: Das erste ist das Sieb der Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?"
"Nein, ich hörte es jemanden erzählen und ..."
"So, so! Aber sicher hast du es im zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst, gut?"
Zögernd sagte der andere: Nein, im Gegenteil ..."
"Hm", unterbrach ihn der Weise, "so lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden. Ist es notwendig, das du mir das erzählst?"
"Notwendig nun gerade nicht ..."
"Also", sagte lächelnd der Weise, "wenn es weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit."
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Da sollten sich einige Autoren ruhig mehr dran halten! Doch das scheint nicht so einfach zu sein. Denn bei der Börse gibts "wahr, gut und notwendig" nicht im Überfluß.
Gruss Kobban
Kurz gefragt in einem Satz...
Gibt es _empfehlenswerte_ Bücher über das _Daytrading_ für _Fortgeschrittene_ ?
Bisher was für mich Schäfermeiers "Die Kunst des erfolgreichen Tradens" das einzige.
Ich würde mir am Anfang erst mal die Basics reinziehen mit stinknormalen Steiner/Bruns Büchern. Wie werde ich Millionär in 30 Tagen (oder wie auch immer das Zeug heissen mag) würde ich mir erst anschauen wenn das handwerkliche Rüstzeug aufgebaut wurde. Zur Gaudi.
Ich suche etwas was ich "Kostolany für die Währungen" nenne.
Damit meine ich ein Buch, das dem Leser ohne komplizierter Modelle ziemlich genaue Grunde nennt, warum sich die Wechselkurse ändern, welche
fundamentale Faktoren die Währungen beeinflüssen, was für die Trends dort entstehen, wie weit sie gehen und wie lange sie dauern.
Mich interessiert nicht das Daytrading mit den Währungen, sondern mehr möchte die langfristigen Verlusten durch die Schwankungen Euro/Dollar vermeiden.
Das Wort "Kostolany" kommt aus meinen persönlichen Erfahrungen mit seinen Büchern über die Aktien.
Vorher habe ich 7 Jahre lang Aktien gehandelt, ohne zu verstehen, was sie wirklich bewegt und, entsprechend, ohne grossen Erfolg.
Nachdem ich "Kosto" gelesen hatte, habe ich plötzlich eine Erleuchtung bekommen.
Plötzlich war mir alles klar.
Seitdem sitze ich fest im Sattel, und kann endlich Gewinne einbuchen.
Jetzt suche ich ein ähnliches Buch / Autor für die Währungen, wenn Ihr wisst, was ich meine.
Haupsache, der Inhalt muss stimmen und der Realität entsprechen, kein bla-bla über die monetarischen Modelle und Keynesianism.
danke
PS: das gleiche zum Thema "Zinsmarkt" wäre auch sicherlich für viele interessant.